Selbst bestimmen können, weil man selbst bestimmen kann!

Ich kam endlich dazu, diese kleine Doku in Ruhe anzusehen. Und sie spiegelt das wieder, was ich mir im Grunde schon länger wünsche, in Deutschland aber so nicht üblich ist:

  • Das Dojo öffnet an zwei Tagen in der Woche um 13 Uhr
  • Das Dojo schließt, wenn keiner mehr trainiert (was bis in die Nacht oder zum frühen Morgen dauern kann).
  • Die Schüler kommen und trainieren WANN sie wollen/ können.
  • Die Schüler trainieren WAS sie wollen/ sollten/ brauchen.
  • Nach dem Training sitzt man zusammen und pflegt die Community.

Was wir hier vorfinden, ist nicht die Abwesenheit von Struktur und Disziplin sondern eine soz. „entspannte Atmosphäre“, die im verkrampften Rahmen des meist JKA-geprägten athletischen Karate nicht oft zu finden sind. (Und mit 99 Jahren sollte Sensei sich wirklich nicht mehr darum scheren, was die Jüngeren machen oder was außerhalb Japans in den Köpfen existiert, möchte ich meinen.)

Was wir hier vorfinden, ist eine „alte Weise“ zu trainieren bzw. zu lernen. D.h. auch, selbst für die eigenen Fortschritte verantwortlich zu sein. So findet bspw. auch das Iaido-Training im Momiji-Dojo statt. Im deutschen Shushukan hatten wir ebenfalls die ersten Ansätze dazu (nachdem sich die Spreu vom Weizen trennte).

Am 20. Oktober habe ich angekündigt, daß wir unsere Erwachsenengruppe in Leimen zum Jahresende schließen, u.a. auch weil es an der Zeit sei, neue Wege in unserem persönlichen Training zu gehen. Diesen Weg, ein solches Training wünschen wir uns für unsere Zeit am Bragishof in der nahen Zukunft.


Nota bene: Damit bewegen wir uns erneut weiter weg von der durchgeplanten Gesellschaft, mit ihren 20-Minuten-Fitness-Zirkeln, dem Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse vor allem, was eigentlich nicht wichtig ist, den Eltern, die ihre Kinder verplanen, damit die Pilatesstunde, der Lover oder die Bikini-Wachsbehandlung noch reinpassen usw. usw.